Bei einem Besuch der Brauerei Zipf hatte ich Gelegenheit, die Gedenkstätte des ehemaligen KZ-Nebenlagers Redl‑Zipf zu besuchen – ein Ort, der erschütternde Zeugnisse des Systems NS-Zwangsarbeit in Österreich bewahrt.
Unter dem Decknamen „Schlier“ wurden hier V2-Raketentriebwerke getestet – ohne Rücksicht auf Menschenleben. Über 1.500 Häftlinge litten unter katastrophalen Bedingungen, mindestens 267 überlebten diese nicht.
An deren Namen erinnert ein Gedenkstein bei der Kirche in Zipf. Die unterirdischen Stollen, in denen Zwangsarbeit geleistet wurde, sind an zwei Tagen im Jahr öffentlich zugänglich.
Die Verantwortung bleibt, Orte wie diesen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Erinnerungskultur bedeutet, hinzusehen, einzuordnen – und Konsequenzen für heute zu ziehen.