Newsletter – MEP Hannes Heide / Oktober 2020

30. Oktober 2020
10% für Europas Bildung
In ganz Europa haben die Corona-bedingten Schulschließungen die Schwächen und Ungleichheiten der Bildungssysteme offenbart. Fernunterricht war, wenn überhaupt, oftmals nur mit viel Einsatz und Kreativität der Lehrkräfte möglich. Wir müssen jetzt aus unseren Fehlern lernen und die Missstände im Bildungsbereich angehen. Das Europäische Parlament fordert, 10 Prozent des Geldes aus dem Wiederaufbaufonds der Bildung zu widmen, und auch die Mitgliedstaaten sollen langfristig mindestens 10 Prozent ihres BIP in den Bildungsbereich investieren. Damit wären echte Reformen möglich, für eine Generation, die auf einen krisengebeutelten Arbeitsmarkt zusteuert.
Woche der Regionen
Diesen Monat traf ich mit Regional- und KommunalvertreterInnen aus ganz Europa zur Europäischen Woche der Regionen und Städte (#EURegionsWeek) zusammen. Zukunftsthemen wie saubere Fortbewegung, Arten- und Naturschutz haben die Diskussion dominiert. Das Europäische Parlament setzt sich deshalb für mehr Nachhaltigkeit ein. Und fordert für das Klimaschutzgesetz: Klimaneutralität bis 2050 als verbindliches Ziel und eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen um 60 Prozent bis 2030. Jetzt liegt der Ball bei den Mitgliedsstaaten im Rat, Maßnahmen zu setzen, die grüne Innovationen fördern und Umweltschutz auf allen Ebenen ermöglichen.
Wohnen ist (k)ein Luxus
Leistbares und nachhaltiges Wohnen muss eine Priorität des Wiederaufbauprogramms für Europa sein. 50 Millionen Europäerinnen und Europäer haben große Schwierigkeiten, jeden Monat ihre Miete zu bezahlen. Diese Situation hat sich durch die Corona-Pandemie noch verschärft. Die Unsicherheit beeinflusst auch die geistige und körperliche Gesundheit der Betroffenen, insbesondere bei Kindern. Ihren Ursprung hat die europäische Wohnungskrise in einem strukturellen Mangel an bezahlbarem, öffentlichem und sozialem Wohnbau. Deshalb sind öffentlichen Investitionen in nachhaltige Projekte dringend notwendig.

Hier geht’s zum Link: https://www.euractiv.com/section/politics/opinion/affordable-and-sustainable-housing-must-become-a-priority-of-europes-recovery-plan/
Nepp am Ticketzweitmarkt
Der unfaire Weiterverkauf von Eintrittskarten durch Großhändler ist ein Milliardengeschäft, das häufig frustrierte Kunden zurücklässt. Über Onlineportale wie Viagogo werden Karten für Sport- und Kulturevents bis zum 16(!)-fachen Preis weiterverkauft. Oftmals sind die Tickets gefälscht und ungültig. Den Schaden tragen Verbraucher, Künstler, Veranstalter und ehrliche Ticketverkäufer. Für die ohnehin von der Coronakrise angeschlagene europäische Kulturszene eine unnötige Belastung. Ich setze mich für Fairness, mehr Kontrolle und Transparenz am europäischen Zweitticketmarkt ein. Ein erster Erfolg ist die Modernisierung der europäischen Konsumentenschutzrechte, doch noch erfüllen die Plattformen nicht alle Vorgaben des EU-Verbraucherrechts.

Hier geht’s zum Link: https://www.musicweek.com/live/read/feat-publishes-recommendations-for-future-of-online-ticket-resale/081628
Schutz für Minderheiten
In der Europäischen Union leben etwa 50 Millionen Menschen, die einer nationalen Minderheit oder Sprachminderheit angehören. Jeder neunte Europäer ist also davon betroffen. Um die kulturelle Vielfalt in Europa zu erhalten, brauchen diese Minderheiten besonderen Schutz. Deshalb unterstützte ich die Bürgerinitiative „Minority SafePack“, die Minderheitenrechte nicht nur in den Nationalstaaten, sondern auch auf EU-Ebene verankern will. Das Förderprogramm Creative Europe, das auch sprachliche Vielfalt unterstützt, ist aber stark unterfinanziert. Für den Wiederaufbau des krisengebeutelten Kultursektors muss das Budget nachgebessert werden und ein fairer Anteil des Wiederaufbaufonds in die Kreativwirtschaft fließen.

Hier geht’s zum Link: https://www.facebook.com/hannesheide.eu/videos/320618115828042

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